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Ausbildung abbrechen

Wenn es gar nicht weitergeht.

Ausbildung ist ein Deal. Was ausgemacht war, steht im Vertrag. Doch nicht immer halten sich die Vertragspartner an die Vereinbarungen. Wütend können Azubis werden, wenn überhaupt kein Plan erkennbar ist, wenn kein Wissen weitergegeben wird, wenn sie nur hingehalten werden, anstatt angemessen beschäftigt zu werden.

Noch schlimmer ist für einen, wenn man sich ständig ausgenutzt, erniedrigt und beleidigt fühlt. Arbeitsmoral und Lebensfreude sinken auf null. Am Nullpunkt schaut man meist nicht nach vorn, sondern betreten nach unten – Kopf hoch! Zu jeder miesen Lage gibt es die bessere Alternative.

Trotz Zorn und Frust: die Regeln einhalten!
Missbrauchen Personen im Betrieb das besondere Schutz- und Vertrauensverhältnis zu dir? Mach dir klar: Du kriegst das Problem ohne Hilfe und Unterstützung von Dritten nicht gelöst. Sprich mit deinem direkten Vorgesetzten. Falls er ein Teil des Problems ist, sprich den Jugend- und Auszubildendenvertreter oder den Betriebs- bzw. Personalrat an. Geh, falls der Konflikt nicht intern gelöst werden kann, zum Ausbildungsberater der zuständigen Kammer oder zur Berufsberatung der Arbeitsagentur.

Was im Konfliktfall zu tun ist:
  1. Friss nichts in dich hinein. Gib kontinuierlich Feedback, hol dir ständig Rückmeldung.
  2. Halte all das schriftlich fest, was du zu beanstanden hast.
  3. Notiere immer das Datum. Sammele Zeugen, Belege, Beweisstücke.
  4. Suche das Gespräch mit deinem Vorgesetzten. Fahre keinen Konfrontationskurs.
  5. Wende dich dann an die zuständigen Vermittler und Helfer, wenn sich nichts ändert oder wenn sich ein gravierender Vorfall ereignet hat.
  6. Sofern deine Gesundheit betroffen ist, bleib nicht einfach zu Hause. Gehe unverzüglich zum Arzt.

Eine gute Regel im Streitfall ist, niemals zu drohen. Kündige nicht großspurig an, wie du reagieren wirst, wenn der Vorgesetzte nicht so handelt, wie du es verlangst. Du setzt dich nur selbst unter Zugzwang.

Betrieb macht zu. Du machst weiter!
Verlasse dich aber nicht nur auf die erwachsenen Helfer und Berater. Falls dein Ausbildungsbetrieb dichtmacht und das Ausbildungsverhältnis deshalb vorzeitig beendet wird, klappere sofort und von dir aus alle passenden Betriebe der Region ab! Bitte nicht nur um Unterstützung. Trage vor, was man mit dir gewinnt.

Kräfte überschätzt? Lage falsch eingeschätzt? Rette, was zu retten ist!
Vielleicht ist das Verhältnis zwischen dir und dem Ausbilder unwiderruflich ruiniert. Oder du hast dir den strategischen Fehler geleistet, den falschen Beruf angestrebt zu haben. Manche Azubis kommen trotz besten Bemühens mit der Arbeitswelt noch nicht zurecht. Kläre im letzteren Fall mit dem Berater von der Arbeitsagentur, ob für dich eine ausbildungsbegleitende Förderung infrage kommt. Dein Berater unterstützt dich auch bei der Suche nach einem alternativen Ausbildungsbetrieb und bei der Verhandlung, ob sie dir die bisherigen Ausbildungsleistungen anrechnen lassen können.

Alle Erfahrung zeigt: Im zweiten oder dritten Lehrjahr ist es meist besser, die Zähne zusammenzubeißen und durchzuhalten. Beachte: Kein Konflikt darf dich davon abhalten, Leistung zu bringen. Falls doch, sofort die institutionellen Vermittler und Berater einschalten! Springe möglichst erst ab, wenn du einen neuen Vertrag hast. Falls du dich doch plötzlich vor der Tür wiederfindest: Heule nicht herum. Such dir eine bessere Ausbildung!

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